Frisches Wasser ist für Mensch und Haus wichtig - nicht zuletzt, um schmutziges Wasser und Fäkalien zu entsorgen. Schon in der Jungsteinzeit kommt sauberes Trinkwasser aus Brunnen. Den Griechen und Römern sind persönliche Hygiene und öffentliche Badekultur wichtig.
Mit dem Aufstieg der Städte ab dem 12. Jahrhundert blüht das Badewesen trotz schlechter Infrastruktur für Trink- und Abwasser wieder auf. Öffentliche Bäder kommen dann aber als Krankheitsschleuder in Verruf und „übermäßiges“ Waschen ist sehr lang verpönt. Mit der Industrialisierung wächst die Stadtbevölkerung rasant, die Folge sind schlechte Lebensbedingungen und Seuchen. Mit einer Kanalisation sowie einer umfassenden Trinkwasserversorgung wirkt man entgegen. Erst im Verlauf des 20. Jahrhundert gehört ein eigenes Bad zur standardmäßigen Wohnausstattung.
Neben der öffentlichen Badekultur der Antike ist auch die häusliche Hygiene wichtig: Louteria sind im antiken Griechenland Wasserbecken auf hohem Standfuß für die Körperpflege. Die Bemalung eines Mischgefäßes für Wein zeigt drei Frauen an einem Louterion. Neben der linken Frau ist ein Strigilis abgebildet. Das ist ein Hautschaber, mit dem Schmutz von der eingeölten Haut entfernt wird. Zwischen ihr und der zweiten nackten Frau, die eine Haarbinde hält, hängt ein Salbölfläschchen. Die bekleidete Frau rechts blickt in einen Handspiegel, der auf Sinn und Zweck der Reinlichkeit verweist: KAAH ist „(die) Schöne“.
„Jedem Deutschen wöchentlich sein Bad!“ ist hingegen der Werbeslogan, unter dem Karl Louis Krauß die sogenannte Volksbadewanne vertreibt. Ab 1890 produziert er in Schwarzenberg Badewannen aus feuerverzinktem Blech, die platzsparend, verräumbar und günstig einen breiten Markt bedienten. Die Wellenbadeschaukel als Variation spiegelt einen bis in die 1930er populären Trend wider. Zunächst wird in Krauß‘schen Wannen quer geschaukelt, das Patent für das Längsschaukeln hält ein Berliner Klempner. Unser Beispiel ist also ein sächsisches Wellenbad zweiter Generation.
Herkunft: Attika, Griechenland
Datierung: 440-430 v. Chr., attisch rotfigurig
Leihgeber: Skulpturensammlung,
Staatliche Kunstsammlungen Dresden,
Herkunft: Schwarzenberg, Sachsen (Herstellungsort) / Großrückerswalde, Sachsen (Gebrauchsort)
Datierung: um 1920
Leihgeber: Industriemuseum Chemnitz im Sächsischen Industriemuseum
Ohne Wasser kein Wohnen. Auch wenn Siedlungen meist in Gewässernähe angelegt werden, gibt es Brunnen für die Versorgung mit Trinkwasser bereits in der Zeit der frühesten Bauern Mitteleuropas. Einige der spannendsten Stücke seiner Dauerausstellung verdankt das smac den besonders häufigen Funden von bandkeramischen Brunnen in Sachsen.
Dieses Stück ist eine Replik.
Herkunft: Trier, Rheinland-Pfalz (Original)
Datierung: 2. Jh. n. Chr., römisch- kaiserzeitlich (Original)
Leihgeber: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Fließendes Wasser ist freilich ein ganz anderer Luxus: Ein (oft nicht beachtetes) römisches Verwaltungshandbuch rät, Wasserverteiler so zu bauen, dass bei fallendem Pegel Privathäuser zuerst und öffentliche Brunnen zuletzt abgeschnitten werden. Wasserspeier ohne Sperrventil wie der naheliegend benannte „Wolfsrachen“ deuten auf Laufbrunnen hin, wahrscheinlich in Gärten, und damit auf eine üppige Versorgung. Tatsächlich hätte die römische Wasserleitung von der Ruwer nach Augusta Treverorum den Trinkwasserbedarf des heutigen Trier decken können.
In vielen Teilen der Welt ist ein Wasseranschluss bis heute keine Selbstverständlichkeit – bis vor eher kurzer Zeit auch hierzulande: Richtig freudig klingt der Spruch auf einem emaillierten Spritzblech mit Jugendstil-Elementen. Es schützt die Wand hinter einem Wasserhahn.
Herkunft: Deutschland
Datierung: um 1910, Jugendstil
Leihgeber: Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Ein banal wirkendes Objekt verrät uns viel über Schwierigkeiten bei der Einführung heute selbstverständlicher „Kulturgüter“: Denn im späten 19. Jahrhundert scheint es noch nicht selbsterklärend zu sein, worum es sich handelt, sodass eine Bedienungsanleitung direkt angebracht wird. Die flächendeckende Einführung des Wasserklosetts – und damit auch des Spülgriffs aus Porzellan – erfolgte erst ab 1900.
Die Abkürzung WC vom englischen water closet gibt einen Hinweis auf den Ursprung der bahnbrechenden Erfindung, die dem Briten Sir John Harington zugeschrieben wird. Dieser installiert 1596 das erste neuzeitliche Klosett mit Wasserspülung und Spülkasten in seinem Haus. Zu seinen Kunden zählt sogar Königin Elisabeth I., seine Patentante, doch gerät seine Erfindung wieder in Vergessenheit. Erst zwei Jahrhunderte später wird das Wasserklosett patentiert.
Patente Lösungen hat man auch so parat: Der mit Rosen verzierte Nachttopf stammt aus einer ehemaligen Posthalterei in Naumburg. Berühmt-berüchtigt ist er dadurch, dass angeblich drei historische Persönlichkeiten auf ihm ihr Geschäft verrichteten: Napoleon, Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Prinz Friedrich Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I.
Herkunft: Leipzig, Sachsen
Datierung: Mitte 19. – Mitte 20. Jh., neuzeitlich
Leihgeber: Landesamt für Archäologie Sachsen
Herkunft: Meißen, Sachsen (Herstellungsort)
Datierung: um 1780
Leihgeber: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Bis in das 20. Jahrhundert hinein ist die häusliche Textilreinigung von Hand körperliche Schwerstarbeit. Nicht umsonst verabredet man sich in Familie oder Hausgemeinschaft für den regelmäßigen Waschtag und verbindet so die Mühe zumindest mit Geselligkeit.
Frühe Waschmaschinen sind das Ende solcher Treffen, übernehmen die Arbeit aber meist nur teilweise. So bewegt die Kugelwaschmaschine der Marke Scando, die sich gegen Bottich- und Trommelwaschmaschinen letztlich nicht durchsetzt, zwar mit ihrem elektrischen Antrieb die Wäsche, kann aber weder schleudern noch das Wasser erhitzen.
Trotzdem bringen solche Geräte eine enorme Erleichterung für die Hausfrau – oder würden dies, wenn nicht zur selben Zeit die Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln Hausfrauen als Zielgruppe ihrer Marketingkampagnen entdeckten. Reklamemarken propagieren höhere Hygienestandards, die durch häufigeres Waschen erreicht werden.
Herkunft: Nagold, Baden-Württemberg (Herstellungsort) / Mannheim, Baden-Württemberg (Herstellungsort) / Dresden, Sachsen (Herstellungsort) / Dresden, Sachsen
Datierung: um 1910
Leihgeber: Industriemuseum Chemnitz im Sächsischen Industriemuseum
Herkunft: Berlin (Herstellungsort)
Datierung: um 1930
Leihgeber: Industriemuseum Chemnitz im Sächsischen Industriemuseum
Toilettenpapier knüllen oder fein säuberlich falten? Zweilagig oder sollten es noch mehr Lagen sein? Handy mit auf die Toilette nehmen oder lieber Ruhe genießen? Jeder Mensch hat andere Gewohntheiten auf dem eigentlichen Stillen Örtchen. Es ist Zeit, die genutzt werden muss, denn immerhin verbringt jeder Mensch drei Jahre seines Lebens auf der Toilette. Es ist zwar nicht (mehr ganz so) verpönt zu sagen, dass man „mal muss“, trotzdem umschreiben wir den Vorgang gern. Hier sind unsere Leblingssynonyme:
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